Chronische Müdigkeit

Müde Mitochondrien & der Darm: Warum die Energie fehlt | invita

Müde Mitochondrien, müder Mensch? Wie Zellenergie und Darm zusammenhängen

Chronische Müdigkeit fühlt sich an wie ein leerer Akku, der sich einfach nicht mehr aufladen lässt. Und tatsächlich beginnt Erschöpfung oft genau dort, wo unsere Energie entsteht: in den Zellen. Um zu verstehen, warum manche Menschen dauerhaft kraftlos sind, lohnt sich ein Blick auf zwei eng verbundene Systeme – die Energieproduktion in den Mitochondrien und den Darm.

Der Körper als biochemisches Kraftwerk

Man kann den menschlichen Zellstoffwechsel als gigantisches biochemisches Kraftwerk bezeichnen. In jeder einzelnen Zelle laufen pro Sekunde rund 30.000 bis 100.000 Stoffwechselreaktionen ab. Den Großteil der Energie erzeugen dabei die Mitochondrien – die „Kraftwerke der Zelle".

Läuft dieses Kraftwerk auf Sparflamme, spüren wir das im ganzen Körper: als Antriebslosigkeit, als bleierne Müdigkeit, als Gefühl, ausgebrannt zu sein.

Ein gesunder Zellstoffwechsel baut ein elektrisches Feld auf – bei gehemmten Mitochondrien bricht die Energieproduktion ein.

Warum die Zelle ihre Spannung verliert

Eine gesunde Zelle hält an ihrer Membran ein feines elektrisches Feld aufrecht. Fehlen wichtige Mineralstoffe, nimmt diese elektrische Spannung ab – und mit ihr die Leistung der Mitochondrien. Es kommt zu Nährstoffmangel und einer Art Sauerstoffnot im Zellinneren. Genau hier beginnt die Erschöpfung.

Auch Viren und Toxine können wichtige Enzyme in der Atmungskette der Mitochondrien hemmen. Das Ergebnis ist dasselbe: Die Energieproduktion stockt.

Der Darm: Tennisfeld voller Energie – oder voller Löcher?

Damit die Zellen überhaupt Rohstoffe für die Energieproduktion bekommen, muss der Darm funktionieren. Seine Schleimhaut ist riesig – ausgebreitet etwa so groß wie ein Tennisfeld – und bildet im gesunden Zustand ein dichtes Maschennetz. Dieses Netz lässt Nährstoffe hindurch und hält unerwünschte Stoffe zurück.

Eine gesunde Darmschleimhaut wirkt wie ein dichtes Maschennetz – die Barriere gegen unerwünschte Stoffe.

Bei einer bakteriellen Fehlbesiedlung können sich in diesem Netz Lücken bilden. Die Barriere beginnt sozusagen zu „lecken" – ein Zustand, der oft als Leaky Gut bezeichnet wird. Unerwünschte Stoffe gelangen dann leichter in den Körper und können ihn dauerhaft belasten. Mehr über den Zustand der Darmflora lesen Sie in unserem Beitrag Gesunde Darmflora aufbauen.

Die Darm-Hirn-Achse: eine erstaunliche Verbindung

Darm und Gehirn stehen in ständigem Austausch – vor allem über den Vagusnerv, den zehnten Hirnnerv. Bemerkenswert dabei: Der Großteil der Kommunikation verläuft vom Darm zum Gehirn, nicht umgekehrt. Der Darm „meldet" also fortlaufend nach oben, wie es ihm geht.

Über den Vagusnerv sind Darm und Gehirn eng verbunden – die sogenannte Darm-Hirn-Achse.

Die Verständigung läuft über Botenstoffe – darunter die „Glückshormone" Serotonin und Dopamin sowie GABA. Ein großer Teil dieser Botenstoffe entsteht im Darm. Und rund 70 Prozent unserer Immunzellen sitzen ebenfalls dort. Kein Wunder also, dass ein aus dem Gleichgewicht geratener Darm nicht nur die Verdauung, sondern auch Stimmung, Immunkraft und Energie beeinflussen kann.

Warum der ganzheitliche Blick entscheidend ist

Mitochondrien, Zellspannung, Darmschleimhaut und Darm-Hirn-Achse bilden ein zusammenhängendes System. Wer nur an einer Stelle ansetzt, greift oft zu kurz. Der Schlüssel liegt darin, die Energieproduktion von mehreren Seiten zu unterstützen – über Mineralstoffe, einen intakten Darm und die Entlastung von Stress und Toxinen.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und spiegelt die naturheilkundliche Sichtweise der invita® Naturheilpraxis wider. Er ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Einige der beschriebenen Zusammenhänge sind Gegenstand laufender Forschung. Bei anhaltenden Beschwerden lassen Sie diese bitte ärztlich abklären.

Verfasserin: Sabine Ketterer, Heilpraktikerin und Gründerin von invita

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